Bayerischer Rundfunk

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Der Bayerische Rundfunk (BR) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts (Landesrundfunkanstalt) für den Freistaat Bayern mit Sitz in München und Mitglied der ARD.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 12. September 1922 wurde in München die "Deutsche Stunde in Bayern. Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung mbH" gegründet, die am 30. März 1924 mit der Ausstrahlung ihrer ersten Sendung das Rundfunkzeitalter in Bayern einläutete. Am 15. Dezember 1930 wurde die "Deutsche Stunde" in "Bayerische Rundfunk GmbH" umbenannt.

1934 wurde die Bayerische Rundfunk GmbH gezwungen, der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft beizutreten. Sie gehörte nunmehr als Reichssender München zum späteren Großdeutschen Rundfunk.

Im Nachkriegsdeutschland gründete die US-amerikanische Besatzungsmacht 1945 den Sender Radio München, der am 12. Mai 1945 seine erste Sendung ausstrahlte.

Am 8. September 1947 begann Radio München mit dem Ausstrahlen regelmäßiger Sendungen des Schulfunks.

1949 wurde Radio München in deutsche Hände übergeben und als Bayerischer Rundfunk eine Anstalt des öffentlichen Rechts für das Bundesland Bayern. Im gleichen Jahr sendete der BR sein Programm erstmals über UKW. Es war der erste UKW-Sender Europas.

Im folgenden Jahr war der BR Gründungsmitglied der ARD, die am 5. August 1950 in München gegründet wurde. Bis dahin sendete der BR nur ein einziges Hörfunkprogramm, das spätere Bayern 1. Im gleichen Jahr startete der Sender mit seinem zweiten Hörfunkprogramm BR 2 bzw. Bayern 2, das bis 1957 aus Nürnberg sendete. 1954 sendete der BR erstmals ein eigenes Regionalprogramm für Bayern innerhalb des ARD-Programms. Dennoch steht der Bayerische Rundfunk bis heute in der Kritik, zentralistisch ein auf Oberbayern ausgerichtetes Programm auszustrahlen und insbesondere Franken nicht angemessen zu berücksichtigen.

1960 sendete der BR erstmals Regionalprogramme im Hörfunk für Franken, Altbayern und Schwaben. Die Regionalprogramme wurden 1973 (für Ostbayern) und 1977 (für Mainfranken) erweitert. Am 1. November 1964 startete das 3. Hörfunkprogramm Bayern 3, zunächst als Gastarbeiterprogramm, das ab 1. April 1971 jedoch zur Service- und Popwelle ausgebaut wurde.

1980 startete das 4. Hörfunkprogramm Bayern 4 Klassik, das später zum Vollprogramm ausgebaut wurde. In allen vier Hörfunkprogrammen wurde 1989 das Radio-Daten-System (RDS) eingeführt.

Als letztes Hörfunkprogramm startete am 6. Mai 1991 das Nachrichtenprogramm B 5 aktuell.

Seit dem 1. Juli 1998 werden die Hörfunkprogramme Bayern 2 Radio, Bayern 4 Klassik, Bayern 3 und B 5 aktuell über DAB im Regelbetrieb ausgestrahlt. 2003 wurde die DAB-Abstrahlung von Bayern 2 und Bayern 3 zugunsten der neuen Angebote Das Modul, BR Traffic News, BR Info und BR Business vorerst eingestellt. 2005 wurden BR Info und BR Business wieder eingestellt. Dafür wurde Bayern 2 wieder aufgeschaltet.

BR-Fernsehen

Am 22. September 1964 startete der BR als erste Anstalt der ARD mit der Ausstrahlung eines eigenen Dritten Fernsehprogramms, zunächst als "Studienprogramm", später Bayerisches Fernsehen, das seit 1978 ein Vollprogramm ist und mittlerweile auch über Satellit in nahezu ganz Europa zu empfangen ist.

Die am 1. Oktober 1979 eingeführte Rundschau wurde schrittweise zum Flaggschiff des Senders ausgebaut und in den Jahren 1991 und 1996 um die Formate "Rundschau Magazin" und "Rundschau Nachtausgabe" erweitert. Damit ist der Bayerische Rundfunk neben dem mdr der einzige Sender der ARD, der die 20 Uhr-Tagesschau nicht in seinem Dritten Fernsehprogramm übernimmt.

Auf dem Unterträger des Bayerischen Fernsehens startete am 1. September 1986 der regionale Videotext-Dienst des BR unter der Bezeichnung Bayerntext.

Am 7. Januar 1998 startete der BR seinen Fernseh-Bildungskanal BR alpha über Satellit.

BR im Internet

Der Bayerische Rundfunk bietet seit dem 16. Oktober 1995 ein Internetangebot an. Anlaß dafür waren die zu der Zeit stattfindenden Medientage in München. Als Vorreiter von Internetangeboten von Rundfunkanstalten nutzt der BR dieses Projekt zur Verbreitung von Zusatzinformationen zu seinen Hörfunk- und Fernsehsendungen. Nach dem grundsätzlichen Start der Onlinenangebote wird wenig später, im November 1995 auch als einer der ersten Hörfunksender im Internet, der Nachrichtensender B5 aktuell gestreamt. Im Jahr 1996 werden sogar Mehrwertdienste über die Homepage des Bayerischen Rundfunks angeboten.

Im Rahmen des Projekts "CollegeR@dio" konnten hier die Inhalte des Schulfunks im Internet für verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten aufgerufen werden. Unter dem Titel "Bayern ist Trumpf" wird die Onlinepräsenz des Senders 1997 überarbeitet. Konkret bedeutete dies, daß Navigationselemente und ein stetig wachsendes Informationsangebot zu Programmen und Sendungen eingearbeitet wurde. Als erster deutscher Fernsehsender wird über das Onlineangebot der Bildungskanal BR alpha verbreitet, ebenso erhält das Webangebot eine erste thematische Gliederung. Etwa 3 Jahre später nach der Onlinesetzung der Homepage, im Oktober 1998, wurde die BR-Onlineseite komplett erneuert und es wurden zunächst acht Rubriken eingeführt, unter denen der Zuschauer themengenaue Informationen erhält.

Durch interne Strukturmaßnahmen wurde im Jahr 2000 die Hauptabteilung Multimedia für das Onlineangebot verantwortlich. Im Mai 2001 erhielt das Onlineangebot erneut ein überarbeitetes Gesicht. Im Oktober 2002 fanden wiederum Änderungen um das Themengruppenmodell statt, welches die Themenrubriken des Internetangebots modifiziert. Durch die zunehmende Vernetzung 2002 hält auch der Bayerntext, das Teletextangebot des Bayerischen Rundfunks Einzug in die Onlinewelt, so können Zuschauer die Teletextseiten auch online rund um die Uhr abrufen. Neben Specials zum 10. Bestehen des Onlineauftritts in 2005 bot der BR online immer wieder aktuelle Themen, wie Papstwahl, Sportereignisse oder politische Wahlen an. Ebenso wurde in das Onlineangebot das Podcasting eingeführt.

Kurioses

  • Als Angela Merkel 2005 bei den Bayreuther-Wagner-Festspielen Schweißflecken unter dem Arm ihrer Abendgarderobe aufwies, publizierte die Internetseite des Bayerischen Rundfunks eine retuschierte Version des Bildes.
  • Das Pausenzeichen des BR war das Motiv des Volkslieds Solang der Alte Peter. Die Melodie ist das akustische Markenzeichen des BR und taucht zum Beispiel immer noch im Verkehrs-Jingle von Bayern 3 auf. Die namensgebende Kirche Sankt Peter wurde im Krieg schwer beschädigt. Solange die Kirche noch nicht wieder aufgebaut war, ließ der BR immer den letzten Ton der Melodie weg. Erst am 28. Oktober 1951, als die Kirche vollständig wiederhergestellt war, spielte der BR das Pausenzeichen ganz. In der ursprünglichen Fassung besingt das Lied allerdings keine Münchner Kirche, sondern den Wiener Stephansdom.
  • Der BR ist die einzige ARD-Anstalt, in der es eine Bergsteiger-Redaktion gibt.
  • Der BR war die letzte Landesrundfunkanstalt in Deutschland, die ein eigenen Jugendsender gestartet hat. Seit 7. Oktober 2007 sendet das Bavarian Open Radio mit 3 Stunden Moderation am Tag, jedoch nicht auf UKW. Davor gab es nur Radio Mikro am Nachmittag für Kinder und die Sendung Zündfunk am Abend für Jugendliche und junge Erwachsene, die beide im Programm von Bayern 2 ausgestrahlt werden.
  • Als die ARD am 15. Januar 1973 den Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" im Ersten Deutschen Fernsehen ausstrahlte, klinkte sich der BR aus dem gemeinsamen Programm aus, wie er es auch 1977 bei der Ausstrahlung von "Die Konsequenz" praktiziert hat. Auch bei der Ausstrahlung der Kabarettsendung Scheibenwischer vom 22. Mai 1986 blendete sich der Bayerische Rundfunk aus dem Gemeinschaftsprogramm aus, nachdem sich Helmut Oeller, der Fernsehdirektor des BR, der an einigen Passagen des Manuskriptes Anstoß nahm, mit seiner Forderung nach Absetzung der Folge nicht hatte durchsetzen können. Diese Maßnahme rief bundesweite Proteste hervor.
  • Als einzige Rundfunkanstalt in Deutschland besitzt der Bayerische Rundfunk eine Seilbahn zur Versorgung der dort Sendeanlage auf dem Grünten.

Weblinks