Drehbuch
Ein Drehbuch ist die textliche Grundlage für einen Film, die genaue Angaben für jede Szene enthält. Es gibt kaum Filme, die ohne Drehbuch realisiert werden.
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Entstehungsprozess
Drehbücher werden größtenteils aus eigener Initiative der Drehbuchautoren verfaßt, aber auch im Auftrag von Filmproduzenten oder anderen Filmschaffenden wie Redakteuren oder Förderungsanstalten. Im Laufe der Stoffentwicklung wird ein Thema erfaßt und ausgearbeitet - zu Exposé, Treatment und meist mehrfachen Drehbuchfassungen bis zur fertigen Drehfassung. Bevor das Drehbuch verfilmt wird, ändern oft die Studios einzelne Passagen.
Viele Drehbücher werden geschrieben, ohne daß sie je realisiert werden. Oft ist das Budget zu niedrig oder das Interesse der Studios an dem Stoff fehlt.
Drehbücher sind nicht mit Storyboards zu verwechseln, die dazu verwendet werden, jene Teile eines Drehbuchs in Zeichnungen darstellen, die für Produktionsteilnehmer schwierig zu visualisieren sind.
Basis
Ein Drehbuch verfügt häufig über eine Haupthandlung, an der sich mehrere Nebenhandlungen orientieren. Handlungsquellen sind entsprechend Haupt- und Nebenfiguren, ihr Verhältnis zueinander sowie zu ihrer Umgebung. Das Drehbuch bildet die Vorlage für die praktische Umsetzung der Geschichte durch die Regie und anderen an der Realisierung des Films Beteiligten wie Kameraleute, Szenen-, Kostüm-, Maskenbildner usw.
Beschaffenheit
Was in einem Film zu sehen und hören ist, wird bei formal standardisierten Drehbüchern in einem bestimmten Layout dargestellt. Eine entsprechend formatierte DIN-A4-Seite Text gibt dabei in etwa eine Minute Film wieder, so daß z. B. ein 90-Seiten-Drehbuch einen 90-Minuten-, ein 120-Seiten- einen 120-Minuten-Film vorstellt.
Format
Das Format dient in erster Linie der Leserlichkeit und der Verständlichkeit eines Drehbuchs. Zum Format gehört alles, was in einem Drehbuch formaler Natur ist, also nicht zur Handlung an sich gehört. Der Begriff Format umfaßt daher drei verschiedene Aspekte:
- Das Zusammenspiel von Schriftsatz, Zeilenabstand und Satzspiegel, woraus ein Maßstab von einer Seite pro Minute Filmlänge entsteht. Anders als in den USA, orientiert sich jene Seite in Europa am A4-Format, Schriftsätze hingegen sind uneinheitlich.
- Der Einzug der Szenenelemente (Dialog, Szenenbeschreibung, Parenthesen usw.) auf der Seite, also das Layout. Das heutige Drehbuchlayout stammt aus der Zeit der Entwicklung des Tonfilms. Die dann entstandenen Dialogabteilungen in den Filmstudios unterschieden sich mit dem engeren Einzug (Tabulatorposition) von den Drehbuchabteilungen. Schauspielern dienen seither die unterschiedlichen Einzüge auf der Drehbuchseite, um zwischen dem zu unterscheiden, was sie tun und dem, was sie sagen sollen. Auch das Layout ist in Europa uneinheitlich. Einige Länder orientieren sich am amerikanischen Einzug der Szenenelemente, andere Länder hingegen orientieren sich im Einzug, besonders bei Figurennamen und/oder Dialog an der vertikalen Mitte der Seite.
- Eine drehbuchspezifische Grammatik, derer sich Drehbuchautoren bedienen. Diese Grammatik besteht wiederum aus zwei Aspekten:
- Eine manifestationsorientierte Ausdrucksweise, also Formulierungen, die sich weitgehend auf das beschränken, was es auf der Leinwand/Bildschirm zu sehen und zu hören gilt.
- Eine Kodifizierung, die beispielsweise den Wechsel in der üblichen Erzählkonvention kennzeichnet, relevante Objekte und gewisse Geräuschquellen hervorhebt, und kennzeichnet, welche Figur beispielsweise im so genannten Off spricht oder als Erzähler fungiert.
Eine drehbuchspezifische Grammatik existiert zwar im Prinzip schon so lange, wie es Drehbücher gibt, hat unter Drehbuchautoren aber erst an Relevanz gewonnen, seitdem sie keine Abnahmegarantien bei den Studios und Sendern mehr genießen und daher unterhaltsamer schreiben müssen, um ihr Produkt verkaufen zu können. Aufgrund der unterschiedlichen Marktbedingungen hat Format in verschiedenen Ländern bei potenziellen Abnehmern einen unterschiedlichen Stellenwert.
Formatierungshilfen
Das wohl populärste Textverarbeitungsprogramm, um Drehbücher zu schreiben, ist Final Draft. Vor allem in den USA ist darüber hinaus auch Movie Magic Screenwriter verbreitet. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Softwarepakete für Drehbuchautoren. Eine kostenlose Alternative ist Celtx. Alle diese Programme erleichtern den Workflow durch zahlreiche Makros und speziell auf die Bedürfnisse von Drehbuchautoren zugeschnittene Funktionen.