Mitteldeutscher Rundfunk

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Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist die Landesrundfunkanstalt der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und hat seinen Sitz in Leipzig. Der Mitteldeutsche Rundfunk ist Mitglied der ARD und hat die Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts.

Geschichte

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat seine Ursprünge in der 1924 gegründeten Mitteldeutschen Rundfunk AG (MIRAG). Die MIRAG gehörte nach der Einführung des Unterhaltungsrundfunks in Deutschland im Jahre 1923 zu den ersten großen, überregionalen Rundfunkgesellschaften. Nach der Gleichschaltung des Rundfunks in der NS-Zeit und der Verstaatlichung der MIRAG ging diese 1934 in den "Reichssender Leipzig" über.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lizenzierte die sowjetische Besatzungsmacht 1945 übergangsweise "Radio Leipzig", das nur wenige Monate bis zur erneuten Gründung des Mitteldeutschen Rundfunks bestand. 1946 startet das neue Programm "Mitteldeutscher Rundfunk, Sender Leipzig". Dem Mitteldeutschen Rundfunk wurden bald darauf die Landessender Dresden, Halle und Weimar sowie die Studios Chemnitz und Magdeburg angeschlossen. 1952 wurde die DDR zentralisiert und die fünf Länder aufgelöst. Im Zuge dessen wurde auch der DDR-Rundfunk vereinheitlicht und in Berlin zentriert. Im Funkhaus in Berlin-Oberschöneweide wurden seitdem alle Hauptrundfunkprogramme der DDR produziert. Im September 1952 wurde das Programm Sender Leipzig schlicht zum Unterhaltungsprogramm Berlin III umgewandelt. Doch wurde bereits im August 1953 die Rundfunkstruktur neu organisiert. Es entstanden die Programme Deutschlandsender, Berliner Rundfunk und Radio DDR. 1956 wurde allerdings das Regionalprogramm von Radio DDR, Sender Leipzig, eingeführt. In Leipzig produzierte man für Radio DDR ein Programmfenster, dessen Sendezeit schrittweise bis zu 11 Stunden aufgestockt wurde (zuletzt 1989) und die Radio-DDR-Messewelle die jeweils zur Frühjahrs- und Herbstmesse in Leipzig von 7 bis 19 Uhr sendete, später bis 20 Uhr. In den anderen ehemaligen, großen Regionalstudios des Mitteldeutschen Rundfunks in Dresden, Halle und Weimar wurden ebenfalls Regionalprogramme produziert.

Im Juli 1990 erfolgte wiederum eine Dezentralisierung. Aus den Landessendern entstanden drei neue regionale Sendeanstalten (in Sachsen "Sachsen Radio", in Sachsen-Anhalt "Radio Sachsen Anhalt" und in Thüringen "Thüringer Rundfunk", die bis Ende 1991 sendeten. Mit der Novelle des Rundfunkstaatsvertrages für die fünf neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung wurde am 31. Mai 1991 der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als Dreiländeranstalt für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegründet. Am 1. Januar 1992 nahmen sodann die Programme des Mitteldeutschen Rundfunks ihren Sendebetrieb auf. Im Fernsehen startete er mit dem Dritten Fernsehprogramm MDR Fernsehen. Seit 1992 beteiligt sich der MDR auch am ARD-Gemeinschaftsprogramm. Das Programm ist seit 27. August 1993 auch über Satellit europaweit zu empfangen.

Im Hörfunk starteten am 1. Januar 1992 die drei Landes-Programme MDR 1 Radio Sachsen (mit täglichen Regionalprogrammen aus den Studios Dresden, Chemnitz, Bautzen und Leipzig), MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt (mit täglichen Regionalprogrammen aus den Studios Magdeburg, Stendal, Dessau und Halle) und MDR 1 Radio Thüringen (mit täglichen Regionalprogrammen aus den Studios Erfurt, Heilbad Heiligenstadt, Gera und Suhl), das Popmusik-, Service- und Unterhaltungsprogramm MDR Life, das Informationsprogramm MDR Info, das vorwiegend klassische Musik verbreitende Programm MDR Kultur und das vom DDR-Rundfunk übernommene Jugendprogramm DT 64, welches zunächst über UKW, ab 1. Juli dann über Mittelwelle ausgestrahlt wurde. Am 1. Mai 1993 wurde dann das Jugendprogramm MDR DT 64 in das Programm MDR Sputnik überführt, das bereits seit 1. März über Satellit ausgestrahlt wurde. Am 1. Januar 2000 wurde das Unterhaltungsprogramm MDR Life wegen Erfolgslosigkeit vom neuen Hörfunkprogramm JUMP abgelöst. Als letztes Hörfunkprogramm startete der MDR das Digitalprogramm MDR Klassik am 6. Mai 2002. Das Programm wird rund um die Uhr über DAB ausgestrahlt. Seither verbreitet der MDR insgesamt 8 Radioprogramme. Am 1. Januar 2004 wurde das Kulturprogramm MDR Kultur in MDR Figaro umbenannt.

Der Sitz der Anstalt befindet sich in einem ehemaligen Schlachthof in Leipzig, neben der Media City Leipzig. Dort ist auch die Fernsehzentrale mit den Fernsehstudios untergebracht. Die zentralen Radioprogramme wie JUMP, MDR INFO, SPUTNIK und FIGARO sowie das digitale Programm MDR Klassik senden aus der Rundfunkzentrale in Halle (Saale). In den Landeshauptstädten Dresden, Erfurt und Magdeburg befinden sich die Hauptregionalstudios, die neben eigenständigen Radioprogrammen (Radio Sachsen/-Anhalt/Thüringen) täglich regionale Magazine im Fernsehen (Sachsenspiegel, Sachsen-Anhalt heute, Thüringen Journal) ausstrahlen.

Weblinks