Spoiler
Ein Spoiler ist eine Information, die dazu geeignet ist, den Genuss Dritter am Konsum eines Mediums zu verderben (engl. to spoil: verderben).
Meist ist die Wiedergabe von Handlungselementen eines Plot gemeint, die für den Fortgang oder die Auflösung der jeweiligen Geschichte eine entscheidende Rolle spielen und deren Vorfeldkenntnis dem Leser, Zuschauer oder Hörer die Spannung raubt. Wer beispielsweise in einem Krimi bereits zu Beginn den Namen des Täters kennt, wird den Roman oder Film regelmäßig mit stark eingeschränktem Genuss konsumieren. Die unerbetene Weitergabe von Spoilern gilt deshalb allgemein als grobe Unhöflichkeit.
Gelegentlich muss allerdings ein Kompromiss gefunden werden, etwa bei literarischen Rezensionen, die oft nicht ohne die Preisgabe wichtiger Handlungselemente einer Geschichte auskommen. So war beispielsweise vor dem Erscheinen des weltweit mit Spannung erwarteten sechsten Bandes der Harry Potter-Serie durch die Autorin angekündigt worden, dass eine Hauptfigur sterben werde. Als die englischsprachige Originalausgabe auf dem Markt war, gaben viele deutschsprachige Medien das Geheimnis dennoch nicht preis, sondern warteten erst ab, bis das Buch auch in deutscher Sprache erschienen war. Dann allerdings wurde der Name der verstorbenen Figur in vielen Rezensionen genannt.
In gedruckten Publikationen wird gelegentlich darauf zurückgegriffen, Texte, deren Inhalte nicht sofort ins Auge fallen sollen, in Spiegelschrift abzudrucken. Diese Technik wird am häufigsten für Rätselauflösungen angewendet. In diesem Fall handelt es sich de facto um eine "Spoilervermeidung".
Spoilerwarnungen
In einigen Medien hat es sich eingebürgert, dass einer Erläuterung wichtiger Elemente der Handlung von Büchern, Filmen oder Computerspielen so genannte "Spoilerwarnungen" vorausgeschickt werden. Dies ist vor allem in einschlägigen Fan- und Diskussionsforen sowie im Usenet üblich. Auch in der weltweit größten Filmdatenbank, der "Internet Movie Database (IMDb)", sind Spoilerwarnungen für alle Rezensenten verpflichtend.
In Zusammenhängen, die sich nicht primär mit den medialen Umsetzungen von Geschichten beschäftigen, sind Spoilerwarnungen unüblich – sie werden allerdings bisweilen in ironischer oder parodistischer Absicht auf andere Medien übertragen. Außerhalb bestimmter Internet-Communitys konnten sich Spoilerwarnungen bisher nicht dauerhaft etablieren. Die Spoilerwarnung ist allerdings keine originäre Erfindung des Internets. So war es im Ersten Deutschen Fernsehen vor vielen Jahren für kurze Zeit üblich, vor dem Beginn der samstäglichen Sportschau-Sendung die Fußball-Bundesliga-Ergebnisse nur in Form einer Texttafel abzukündigen und an der Erhaltung ihrer Spannung interessierte Zuschauer darum zu bitten, kurz die Augen zu schließen. Der internettypische Begriff "Spoilerwarnung" war zu diesem Zeitpunkt freilich noch unbekannt. Auch in der Sendung "Was bin ich?" wurde die Einblendung des zu ratenden Berufes angekündigt und mit einem Gongschlag beendet.
Die Art der Spoilerwarnungen unterscheidet sich von Medium zu Medium und von Milieu zu Milieu. In Texten im Internet zum Beispiel werden sie in der Regel so gehandhabt, dass einem deutlich sichtbar hervortretenden Hinweis (durch Fettschrift, andere Schriftgrößen, Farbe usw.) einige Leerzeilen folgen und erst danach die entsprechenden Inhalte, gefolgt von weiteren Leerzeilen. Manchmal wird auch auf das Ende des Spoilers durch einen speziellen Hinweis aufmerksam gemacht.
In Usenet-Beiträgen werden Spoiler regelmäßig mit ROT13 verschlüsselt. Eine weitere Form der Spoilerwarnung ist das so genannte "Highlight to Read" ("zum Lesen hervorheben"). Dabei werden nach dem Hinweis "Spoiler – Highlight to Read" die betreffenden Textteile in einer Schriftfarbe geschrieben, die mit der Farbe des Hintergrundes identisch ist. Nur, wenn die entsprechende Stelle mit der Maus markiert wird, lässt sich der Text auch lesen. Dadurch soll das unbeabsichtigte Lesen dieser Spoiler vermieden werden.