Zimmer frei!
Zimmer frei! ist eine von Götz Alsmann und Christine Westermann moderierte wöchentliche Fernsehshow im WDR.
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Konzept der Sendung
Ein prominenter Gast bewirbt sich um ein Zimmer in einer fiktiven Wohngemeinschaft. Während der Sendung lernen die Moderatoren und das Publikum den Gast durch Gespräche näher kennen und testen seine Tauglichkeit mit verschiedenen Spielen und Aufgaben. Der grundsätzliche Ablauf ist dabei immer gleich.
Nach der Begrüßung setzt sich der Gast mit den Moderatoren zum Essen an den Tisch. Die Mahlzeit wird nach den Vorlieben des Gastes gestaltet und kurz vor Beginn der Sendung zubereitet. Während des Essens beginnen die Gespräche über das Leben und den Beruf des Gastes. In einem Einspielfilm stellt ein Außenreporter z. B. die Wohnung, die Arbeitsstätte oder das Urlaubsdomizil des Gastes vor und führt ein Interview mit dessen Freunden, Nachbarn oder Kollegen.
Außerdem muß der Gast ein Bilderrätsel lösen, das von Laienschauspielern dargestellt wird. Der zu erratende Begriff steht immer im Zusammenhang mit dem Prominenten und wird für die Fernsehzuschauer eingeblendet. Da die Moderatoren bei Bedarf helfen, wird das Rätsel immer gelöst und der Gast erhält als Belohnung ein Buch oder eine CD zur Sendung.
Im weiteren Verlauf der Sendung werden weitere Spiele eingestreut, bei denen sich der Gast bewähren muß. Bei diesen Partyspielen geht es weniger um den Sieg als um den Nachweis von Humor.
Ernster geht es im WG-Zimmer zu. Dieses liegt auf einer Empore, die über eine Spindeltreppe zu erreichen ist, und ist passend zum Gast dekoriert. Hier führt Christine Westermann ein Interview über das Privatleben des Gastes.
Anschließend werden die Gespräche auf dem Sofa fortgesetzt. Dabei taucht der von Puppenspieler Martin Reinl verkörperte Hund „Wiwaldi“ auf und treibt seine Späße mit dem Prominenten.
In einigen Sendungen tritt stattdessen der Comedian Johann König auf, der dem Gast in einer Couchszene in - nicht immer ernste - Gespräche verwickelt. Dieses Element wurde eingeführt, als zuerst Cordula Stratmann als "Annemie Hülchrath" eine Nachbarin in bunter Kittelschürze darstellte, die den Gast mit skurrilen resp. absurden Begebenheiten ihres Umfelds konfrontierte und so aus der Reserve lockte.
Außerdem muß der Gast sich bei der Hausmusik bewähren. Mit Götz Alsmanns Begleitung am Klavier singt er – ohne vorherige Probe – ein Lied seiner Wahl.
Es gehörte eine Zeit lang zum "running gag", daß es in der Sendung an der Tür klingelte und auf dem Monitor der Klingelanlage Gotthilf Fischer - vermutlich als Videokonserve - zu sehen war, der stets von Alsmann abgewimmelt wurde.
Nach der "ultimativen Lobhudelei", bei der ein enger Vertrauter des Gastes in einem kurzen Einspielfilm dessen Vorzüge preist, endet die Sendung mit der Abstimmung des Publikums. Die 140 Zuschauer im Studio votieren mit grünen und roten Karten für oder gegen die Aufnahme des Gastes in die fiktive WG. Die meisten Gäste erhalten höchstens zehn rote Karten.
Produktion und Ausstrahlung
Die 60-minütige Sendung wird am Sonntagabend um 22:45 Uhr im WDR Fernsehen ausgestrahlt. Wiederholungen laufen auf einigen Dritten Programmen der ARD sowie beim digitalen Zusatzprogramm EinsFestival. Etwa alle vier Wochen wird eine Sendung live ausgestrahlt. In derselben Woche werden vier bis fünf Shows hintereinander produziert, die im Live on tape-Verfahren gesendet werden. Die Sendung wird abwechselnd auf dem WDR-Gelände in Köln-Bocklemünd oder im WDR-Sendezentrum am Appellhofplatz in der Kölner Innenstadt produziert.
Weil die Sendung so erfolgreich war, verschob der WDR sie vorübergehend auf die Hauptsendezeit um 20:15 Uhr. Als die Marktanteile jedoch auf unter ein Prozent sanken, mußte der Sender die Entscheidung revidieren. "Zimmer frei!" lief auch testweise im Ersten. Dort wurde eine 90-minütige Jubiläumsfolge mit dem Gast Udo Jürgens ausgestrahlt.
Geschichte
"Zimmer frei!" startete im Sommer 1996 als Lückenfüller für die Sommerpause. Der WDR probierte verschiedene neue Sendekonzepte aus, von denen nur diese Sendung überlebte. Zunächst waren 18 Ausgaben in sechs Wochen vorgesehen. Der langfristige Erfolg war nicht geplant.
Im Laufe der Zeit gab es diverse Veränderungen im Ablauf der Sendung. Das gemeinsame Essen wurde erst später eingeführt und die Anzahl der Spiele war geringer. Das Bilderrätsel mußte der Gast nicht unbedingt lösen. Er mußte sich jedoch in Praxistests beim Kochen und Putzen bewähren. Jeder Sendung war eine "Live-WG" zugeschaltet, die meistens aus Studenten bestand und sich jederzeit in die laufende Sendung einmischen konnte, um Fragen zu stellen oder Urteile über den Gast kundzutun. Luigi Colani und Rudolph Moshammer agierten als Stilberater und kommentierten per Video die Outfits der Gäste oder gaben Einrichtungstips. Die Abstimmung des Publikums erfolgte per Handzeichen. Im Laufe der Zeit gab es diverse Personen, die als "Nachbarn" auftraten. Zudem klingelte regelmäßig Jürgen Drews und bat um Einlaß. Er wurde aber von Götz Alsmann immer mit diversen Begründungen abgewiesen. Das gleiche Schicksal ereilte Harry Wijnvoord und Gotthilf Fischer.
Letzterer galt in den ersten Sendungen als eigentlicher Bewohner des freien Zimmers. Weil er sich angeblich auf einer Weltreise befand, schickte er per Video Urlaubsgrüße, später sogar aus dem Weltall. In der 18. Sendung, die nach den ursprünglichen Plänen die letzte sein sollte, wurde Fischer mit dem Spiel "Reise nach Jerusalem" als Gewinner des freien Zimmers ermittelt.
Weblinks
- Webseite zur Sendung vom WDR
- Gästeliste
- Wolke Hegenbarth als Gast in der Sendung (wdr.de)
- Wolke Hegenbarth als Gast in der Sendung (Newsartikel bei alex-degenhardt.de)